Prüfung

Die Prüfung findet alljährlich in Berlin statt. Es werden folgende Disziplinen von Meister Octav abgenommen. Sie sind nach zu erreichendem Grad geordnet.


Gelbe Schärpe
  • solospel dasar - Basis-Kata Einzelchoreographie mit 81 Techniken aus den Stilrichtungen Priester, Drachen, Storch, Ritter und Prinzessin.
  • jurus-dasar pendeta - Priester-Basis Partnerchoreographie mit 18 Techniken aus dem Priesterstil.
  • jurus-dasar naga - Drachen-Basis Partnerchoreographie mit 24 Techniken aus dem Drachenstil.
  • sukyan - Selbstverteidigung Partnerübung mit jeweils 4 Selbstverteidigungsübungen (Hebel, Würfe, Feger, Befreiungstechniken) aus Standardsituationen.
  • tarung bebas - Freikampf Freikampf nach verschiedenen Punktsystemen.

  • Programm zum Download (Passwörter bitte per Email / im Training erfragen)

Grüne Schärpe

  • daya tahan - Ausdauertest Waldlauf über eine hügelige Strecke von etwa 4km Länge.
  • solospel naga - Drachen-Kata Einzelchoreographie mit 122 Techniken aus dem Drachenstil.
  • solospel-senjata toya - Waffenkata Langstock Einzelchoreographie mit 43 Techniken mit dem Langstock.
  • jurus-dasar pendeta - Priester-Basis Partnerchoreographie mit 61 Techniken aus dem Priesterstil.
  • sukyan - Selbstverteidigung Partnerübung mit jeweils 6 Selbstverteidigungsübungen aus Freikampfsituationen.
  • tarung bebas - Freikampf Freikampf nach verschiedenen Punktsystemen.

  • Programm zum Download (Passwörter bitte per Email / im Training erfragen)

Blaue Schärpe

  • daya tahan - Ausdauertest Waldlauf über eine hügelige Strecke von etwa 6km Länge.
  • solospel pendekar-muda - Junger-Krieger-Kata Einzelchoreographie mit 148 Techniken aus dem Priester-, Ritterstil und Boxerstil.
  • solospel-senjata golok - Waffenkata Machete Einzelchoreographie mit 66 Techniken mit der Machete.
  • jurus-dasar pendeta - Priester-Basis Partnerchoreographie mit 100 Techniken aus dem Priesterstil.
  • sukyan - Selbstverteidigung Partnerübung mit jeweils 6 Selbstverteidigungsübungen aus Freikampfsituationen.
  • tarung bebas - Freikampf Freikampf nach verschiedenen Punktsystemen.

Braune Schärpe
  • daya tahan - Ausdauertest Waldlauf über eine hügelige Strecke von etwa 8km Länge.
  • solospel jurus wajib - Pflicht-Kata Einzelchoreographie des Silat-Verbandes PERSILAT aus verschiedenen Pencak-Silat-Stilrichtungen, die als Pflichtübung bei Wettkämpfen vorgeführt werden muss.
  • jurus-senjata toya - Waffenbasis Langstock Partnerchoreographie mit dem Langstock.
  • jurus-senjata ruyung - Waffenbasis Kurzstöcker Partnerchoreographie mit zwei Kurzstöckern.
  • jurus-senjata pisau - Waffenbasis Messer Partnerchoreographie mit dem Messer.
  • tarung bebas - Freikampf Freikampf nach verschiedenen Punktsystemen.

Dominante Stilarten im SiGePi

  • Die Techniken des Priesterstils (Pendeta) zeichnen sich durch kraftvolle, gerade Fauststöße und Tritte zum Oberkörper aus. Die Stellungen sind fest; gedeckt wird der Oberkörper.



  • Die Techniken des Ritterstils (Satria) ähneln denen des Priesters. Es handelt sich um schwungvolle Fausttechniken und Tritte zum Oberkörper oder zum Kopf, die mit vollem Körpereinsatz ausgeführt werden. Die Deckung ist etwas anders als im Priesterstil.

  • Die Techniken des Drachenstils (Naga) zeichnen sich durch schwungvolle Handkantenschläge und gestreckte Tritte aus. Viele Techniken erhalten ihre Kraft aus der Körperdrehung. Die Stellungen sind sehr abwechslungsreich, es kommen sowohl hohe als auch sehr tiefe Stellungen vor. Die Techniken eignen sich speziell für die Selbstverteidigung, da sie z.B. auf Hals, Kopf, Knie oder Unterleib zielen. Im Freikampf oder Turnier dürfen sie nicht angewandt werden.



  • Der Storchenstil (Kuntul) zeichnet sich durch Stöße mit den Fingerknöcheln zum Kopf oder Hals aus; dementsprechend wird auch stets der Kopf gedeckt. Die Stellungen sind hoch und aufrecht, zum Teil steht man nur auf einem Bein. Es gibt viele Drehungen und Sprünge.

Basis:

Eine Basis besteht aus zwei Seiten (A und B), deren Techniken so zu zweit ausgeführt werden, daß jeder Angriff des einen Schülers vom anderen passend abgewehrt wird. Der Kampf soll hierbei so realistisch wie möglich dargestellt werden, d.h. die Schüler müssen richtig zielen und tatsächlich angreifen bzw. abwehren, der Abstand und das Tempo müssen stimmen, und obwohl beide Schüler ihre Seite auswendig können, darf eine Abwehr nicht vor dem entsprechenden Angriff des Partners erfolgen.




Die wichtigsten Techniken des Priesterstils sind in der sogenannten Priester-Basis zusammengefaßt, die des Drachenstils in der Drachen-Basis.

Während die ersten 18 Techniken der Priester-Basis (der Stoff für die Gelbe Schärpe) hauptsächlich Kombinationen von zwei oder drei Angriffen bilden, enthalten die folgenden Techniken Kombinationen von bis zu sieben Angriffen. Die Techniken ab 62 (für die blaue Schärpe) beinhalten unter anderem auch Würfe. Die kampfähnliche Situation bei der Ausführung einer Basis mit seinem Partner ermöglicht es dem Schüler, sich auch schwierigere Techniken als Reflex anzutrainieren. Dies ist im besonderen für die Techniken des Drachenstils wichtig, die nicht im Freikampf trainiert werden dürfen.


Solospiel:

Solospiel (Kata) ist eine festgelegte Reihenfolge von Techniken, mit denen der Schüler sich gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner verteidigt. Die Solospiele im SiGePi enthalten alle um die 120 Techniken und erfordern bei optimaler Ausführung sehr viel Kondition.

Für die gelbe Schärpe führt der Schüler knapp drei Viertel der Basis-Kata vor, die wichtige Techniken des Priester-, Ritter-, Drachen- und Storchenstils enthält. Diese Zusammenstellung in einem Solospiel verschafft einen Überblick und sensibilisiert den Schüler für die Unterschiede in der Technik, der Deckung und den Stellungen der verschiedenen Stilarten.

Für die grüne Schärpe führt der Schüler die Drachen-Kata vor. Diese Solospiel zeichnet sich unter anderem durch geschmeidige Bewegungen, abwechslungsreiche Stellungen, Drehtritte und -schläge, Fußfeger, Rollen und Grifftechniken aus.

Für die blaue Schärpe führt der Schüler das Solospiel "Pendekar Muda" ("Junger Patriot") vor. Dieses Solospiel enthält Techniken des Priester- und Ritterstils. Die Stellungen sind massiv; die Techniken sind kraftvoll und erfordern vollen Körpereinsatz. Besonders schön sind die Kombinationen von Fußtechniken im Wechsel zwischen zwei der (imaginären) Gegner.


Selbstverteidigung:

Im Anfängertraining werden Selbstverteidigungstechniken gelehrt, die in unvorhergesehenen Situationen angewendet werden können, z.B. wenn der Schüler plötzlich von hinten festgehalten wird. Diese Techniken werden regelmäßig geübt, da sie nur zweckmäßig sind, wenn sie spontan und ohne zu überlegen ausgeführt werden können.




Die Anfänger lernen etwa 20 Selbstverteidigungskombinationen, müssen aber für die Prüfung von weiß zu gelb nur eine Auswahl von 5 ihrer Lieblingstechniken vorführen. Um die Kreativität der Schüler zu fördern und so die Vorführung für die Teilnehmer und Zuschauer interessanter zu machen, wird es den Schülern zur Aufgabe gemacht, ihre Selbstverteidigung ansprechend zu "verpacken". So müssen die Schüler eine Situation entwerfen, in der die Notwendigkeit zur Selbstverteidigung auftritt, und geeignete Übergänge zwischen den Selbstverteidigungstechniken erfinden.

Jurus Pamungkas nennen wir die Selbstverteidigungstechniken, die aus einer Freikampfsituation entspringen. Als Reaktion auf den letzten Angriff des Partners führt der Schüler eine Kombination von Techniken mit dem Ziel aus, den Gegner kampfunfähig zu machen. Diese Techniken lassen sich in Griff-, Wurf- und Radikaltechniken unterteilen. Für die grüne Schärpe führt der Schüler sechs von insgesamt dreizehn erlernten Kombinationen vor, für die blaue Schärpe weitere acht von inzwischen 23 Techniken. Die Jurus Pamungkas für die blaue Schärpe heben sich in ihrer Schwierigkeit und Effektivität von denen für die grüne Schärpe ab.


Waffen:

Die erste Waffe, mit der der Schüler umzugehen lernt, heißt Toya. Toya ist ein etwa 150cm langer, meist starrer Holzstab. Er wird mit beiden Händen geführt. Die Techniken bestehen aus kräftigen Stößen und schwungvollen Schlägen sowie Abwehr- und Ausweichtechniken. Das Solospiel Toya, das der Schüler für die Prüfung zur grünen Schärpe vorführt, enthält 43 Techniken.

Die zweite Waffe, deren Handhabung der Schüler erlernt, heißt Golok. Ein Golok ist ein etwa 70cm langes Schwert mit gebogenem Griff, mit dem Stöße und Schnittbewegungen ausgeführt werden. Im Solospiel Golok kommen sehr verschiedene Techniken vor: Der Golok wird mit rechts, mit links oder mit beiden Händen gleichzeitig in Vor- und Rückhand geführt, und sowohl die Spitze und Schneide als auch Klingenrücken und Griff kommen zum Einsatz. Durch die geschwungen, runden Techniken wirkt das Solospiel Golok sehr harmonisch.


Freikampf und der "tänzerische Aspekt":

Bei jeder Prüfung muß der Schüler auch seine kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Um Verletzungen zu vermeiden, darf grundsätzlich beim Freikampf weder zum Hals oder Kopf noch gegen die Beine oder zum Unterleib geschlagen oder getreten werden. Diese Regel gilt auch für Silatturniere.

Bei der Prüfung zu Gelb wird darauf geachtet, daß der Schüler Angriffe und Abwehrtechniken korrekt ausführt, daß der Abstand zum Gegner stimmt und daß die Techniken nicht einzeln, sondern in Kombination mit anderen Techniken erfolgen. Für die grüne Schärpe wird zusätzlich zu einer schnelleren Ausführung der Techniken auch auf das "Kembangan" Wert gelegt, d.h. auf ästhetische und abwechslungsreiche Stellungen und Bewegungen zwischen den Techniken. Spätestens für die blaue Schärpe sollte der Schüler zusätzlich Fegetechniken und Wurftechniken, z.B. eine Beinschere, anwenden.


Ausdauer:

Als Teil der Prüfung zur grünen Schärpe müssen die Schüler zwei Runden einer festgelegten, etwa 4km langen hügeligen Strecke laufen, für die blaue Schärpe sind es drei Runden. Die benötigte Zeit geht in die Gesamtwertung mit ein.